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13.09.2020

TTC Wirges: Erste Mannschaft startet mit Unentschieden in die Oberligasaison

Nachdem bereits am letzten Augustwochenende die meisten Mannschaften in den Spielbetrieb eingestiegen sind, durfte am ersten Septemberwochenende nun endlich auch die erste Herrenmannschaft des TTC Wirges wieder an die Tische.

Man hatte Mitte Juli ziemlich spät doch noch die Möglichkeit erhalten, in der Oberliga zu starten, welche man natürlich dankend annahm.

Am ersten Spieltag kam es dann direkt zum Wiedersehen mit dem Mitaufsteiger und letztjährigen Verbandsoberligameister SV Windhagen. Während der TTC mit dem Heimkehrer Tobias Braun und den zwei Jugendlichen Walli Asghir-Gill und Yannik Stendebach drei neue Spieler in der Mannschaft hatte, blieb der SV Windhagen so zusammen wie sie vorher waren, wobei sie sogar auf Noppenspezialist Sebastian Sauer verzichten mussten. Man durfte also gespannt sein, ob und wenn ja wie sich die Kräfte verschoben haben und auch wie die Spieler mit dem direkten Start in die Einzel und dem Ausspielen aller Einzel zurechtkommen würden.

Im Vorderen Paarkreuz trafen der langjährige Spitzenspieler Ronny Zwick und Rückkehrer Tobias Braun auf die beiden Ex-Wirgeser Niclas Ott und Jan Limbach.
Zwick, der die letzten Wochen im Training einen ungemein motivierten Eindruck machte, konnte seine beiden Gegner mit seiner gewohnten Sicherheit und Übersicht relativ ungefährdet besiegen. Dabei schlug er Limbach mit 3:1 und Ott, gegen den beim letzten Aufeinandertreffen noch verloren hatte, mit 3:0.
Braun hingegen kam an diesem Tag überhaupt nicht in Schwung. Der ungewohnte Rhythmus ohne das Doppel gepaart mit einer spürbaren Nervosität, sei es weil er gegen seine Freunde spielte oder weil er erstmals seit zwei Jahren wieder für den TTC aufschlug, ließen ihn seltsam gehemmt auftreten. So verspielte er gegen Ott in jedem Satz eine mindestens drei Punkte hohe Führung und ließ auch gegen Limbach viele Chancen ungenutzt. Zweimal 1:3 war das Endergebnis.
Damit gab es vorne eine Punkteteilung.

In der Mitte taten Dominic Stendebach und Daniel Sporcic gegen Daniel Wichmann und Kevin Braatz an.
Auch hier kam es wieder zu einer Punkteteilung, wobei auf Wirgeser Seite wieder die Erfahrung zu überzeugen wusste. Daniel Sporcic agierte unglaublich sicher und ließ Wichmann im ersten Spiel bei seinem 3:0 Erfolg gar keine Chance. In seinem zweiten Einzel gegen den extrem motivierten Braatz wehrte er bei Gesamtstand von 3:6 drei Matchbälle ab und gewann mit einer kämpferischen Glanzleistung im Entscheidungssatz.
Dominic Stendebach hingegen sollte ähnlich wie Kollege Braun nicht viel gelingen. Er hatte sich für seine erste Oberligasaison viel vorgenommen. Kevin Braatz ließ ihm aber dazu keine Chance und überrumpelte ihn mit seinem beherzten Auftreten und der brachialen Vorhand. Hiervon verunsichert lief auch im zweiten Einzel nicht mehr viel zusammen. Das Unglück wurde dann im dritten Satz gegen Wichmann von einer mehr als unverständlichen Schiedsrichterentscheidung komplettiert. Beim Stand von 0:2 und 0:4 lies Dominic seinem aufgestauten Frust freien Lauf und trat gegen eine Umrandung, wofür er, ohne vorher eine Ermahnung erhalten zu haben, glatt Rot sah, womit das Spiel für ihn beendet war. Diese Entscheidung sorgte auf beiden Seiten für absolutes Unverständnis, da man laut den Regeln erst gelb, dann gelb/rot und dann rot bekommen kann. Wenn man aber bedenkt, dass der Schiedsrichter nicht einmal wusste, dass momentan kein Doppel gespielt wird, muss man sich fragen, ob dieser Mann sich mit den aktuellen Regeln überhaupt auskennt.

Das hintere Paarkreuz war das Paarkreuz der Jugendspieler. Walli Asghir-Gill und Yannik Stendebach auf Seiten der Wirgeser gegen Vincent Kessler und Colin Grave bei den Windhagenern.
Walli Asghir-Gill startete gegen Grave, gegen den er eine Woche zuvor bei der Rangliste noch mit 0:3 das Nachsehen hatte, auch sehr nervös in sein erstes Oberligaspiel. Zwar musste er sich erst im fünften Satz geschlagen geben, hatte aber in jedem verlorenen Satz die Chance auf den Sieg, weshalb diese Niederlage doppelt schmerzt. Auch der Start gegen Kessler lief nicht wie Walli sich das vorgestellt hatte und er lag schnell mit 0:2 zurück. Da dann aber auch die Bank der Wirgeser erwachte und ihn bei jedem Ball frenetisch anfeuerte, schaffte er es sich von Satz zu Satz zu steigern, während Kessler immer unsicherer wurde. Am Ende belohnte Asghir-Gill seine kämpferische Leistung mit einem Sieg.
Yannik Stendebach, der bei der Rangliste keinen Sieg erringen konnte, zeigte sich zur Vorwoche deutlich verbessert und agierte sehr stabil. Auch er musste sich im ersten Spiel knapp mit 3:2 geschlagen geben. Im zweiten Einzel gegen Grave legte er beim Gesamtstand von 5:6 dann einen absoluten Blitzstart hin und überrollte seinen jüngeren Kontrahenten im ersten Satz. Danach entwickelte sich aber eine offene Partie, die, wie jede im hinteren Paarkreuz, im fünften Satz entschieden wurde. Hier zeigte sich Yannik aber mutiger und setzte einige taktische Hinweise perfekt um. Die grandiose Stimmung auf der Bank tat dann ihr übriges, wodurch Grave, wie sein Kamerad Kessler im Spiel gegen Asghir-Gill, extrem verunsichert wurde. So konnte sich der jüngste Wirgeser schnell absetzten und das Unentschieden sichern!

Alles in allem kann man mit dem Unentschieden vor allem im Hinblick auf die letzten zwei Aufeinandertreffen und dem 3:6 Rückstand mehr als zufrieden sein. Bedenkt man aber die beiden Totalausfälle Tobias Braun und Dominic Stendebach bleibt die Frage ob nicht mehr möglich gewesen wäre. Aber auch der Auftritt der Spieler auf der Bank beim Anfeuern und Coachen macht Mut. Tritt man in den kommenden Spielen zu Beginn schon so auf wie hier bei den letzten beiden Einzeln sollte das Ziel Klassenerhalt definitiv erreichbar sein.


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